Wer unter Angst vor körperlichen Symptomen leidet, kommt um eines meistens nicht herum: Dem Hyperfokus.Denn Ängste sind oft begleitet von körperlichen Symptomen wie:
- Herzrasen
- Schwindel
- DPDR (benebeltes Gefühl)
- Druck auf der Brust
- Kloß im Hals
- Kribbeln / Zuckungen
- Innere Unruhe
- etc.Das Problem: Oft haben wir Angst vor diesem Symptomen und in diesem Moment schlägt der Hyperfokus mit voller Wucht zu.Kurz zur Definition: Hyperfokus schreibt einen Zustand, bei dem der Fokus die ganze Zeit auf den Symptomen liegt und man sich dadurch teilweise gar nicht mehr auf die Außenwelt konzentrieren kann. Man spürt jede einzelne Veränderung im Körper sofort und diese wird direkt als Bedrohung wahrgenommen.Während meiner vier jährigen Angststörung hatte ich viele Symptome 24/7 wie: Herzrasen, DPDR, Druck auf der Brust und Kloß im Hals. Es ist mir oft schwer gefallen mich auf äußere Dinge zu konzentrieren, weil mein Fokus die ganze Zeit auf mein Inneres gerichtet war.Wichtig zu verstehen!
Hyperfokus ist eine logische Konsequenz des Gehirns auf eine vermeintliche Gefahr. Wir können den Hyperfokus
nicht einfach „wegmachen“ oder uns nachhaltig davon
ablenken. Er ist 1:1 mit der Angst verknüpft. Das klingt jetzt erst einmal scheisse, ist es aber nicht.
Denn wenn wir die Angst vor den körperlichen Symptomen verlieren, verschwindet der Hyperfokus ganz
von selbst. Deshalb sollte man ihn nicht als Feind betrachten.Ich verwende dazu gerne folgendes Beispiel:
Wenn dich jemand mit einer Waffe bedroht – ist dein
Fokus dann auf der Waffe oder nicht? Ja, weil du große Angst davor hast. Und das ist auch gut so, denn bei echten Gefahren hilft dir dieser Fokus, dich auf Kampf oder Flucht vorzubereiten. Wenn in diesem Moment jemand zu dir sagt: „Lege den Hyperfokus von der Waffe ab und konzentriere dich auf einen Film.“ Was wird passieren?Richtig, der Hyperfokus wird NICHT nachhaltig verschwinden. Denn dein Körper glaubt, dass du in großer Gefahr bist – und das bist du in diesem Moment auch. Er unterstützt uns also bei realen Gefahren. Und darum hilft Ablenkung und positives Denken in
diesem Fall nichts. Der Hyperfokus bleibt so lange, bis du bemerkst, dass es sich um eine Plastikpistole handelt.Der Unterschied zwischen Angst vor körperlichen Symptomen und Angst vor einer Waffe ist folgender:„Kampf oder Flucht hilft uns nicht“Oder anders gesagt: Die Angst hilft uns nicht zu überleben. Denn, ob man Angst vor dem Symptom hat
oder nicht, ändert gar nichts. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Katastrophenszenario eintritt, bleibt gleich – richtig?Das Problem: Wir glauben, wenn wir vor Symptom XY Angst haben, dass XY dann nicht passiert. Also wir glauben beispielsweise (unbewusst), dass uns die Angst vor dem Umkippen vor dem Umkippen bewahrt.Leider ist das aber nicht der Fall. Denn gedanklich können wir denken was wir wollen, es ändert nicht an der Wahrscheinlichkeit, dass es wirklich passiert.Die Wahrscheinlichkeit einen Hirntumor zu bekommen ist gleich hoch, egal ob wir uns sagen "Ich darf auf keinen Fall einen Hirntumor bekommen" oder ob wir jeden Tag 5x die Hände zusammenfalten und beten, dass wir einen bekommen.
In diesem Fall gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht:Die Schlechte:
Wir können nichts aktiv gegen den Hyperfokus machen, da er 1:1 mit der Angst verknüpft ist.Die Gute:
Wir müssen nichts aktiv gegen den Hyperfokus machen, denn er verschwindet von ganz alleine wieder, wenn wir die Angst vor den Symptomen verlieren.Und ehrlich gesagt finde ich das als eine sehr befreiende Erkenntnis. Denn wir müssen zumindest gegen den Hyperfokus nichts aktiv machen. Er verschwindet automatisch, wenn die Angst bewältigt ist.Das einzige was wir aktiv gegen den Hyperfokus tun können, ist richtig auf ihn zu reagieren. Denn viele betrachten den Hyperfokus als Feind und wollen ihn bekämpfen und wegdrücken. Das funktioniert aber so gut wie wenn du versuchst den Fokus von der Waffe weg zu lenken. Es kann nicht nachhaltig funktionieren.Darum solltest du den Hyperfokus als das natürlichste der Welt betrachten. So, als wäre er komplett normal.Warum?Wenn wir den Hyperfokus als Feind betrachten, indem wir innerlich sagen: "Fuck, der Hyperfokus muss weg!" - stressen wir unser System noch weiter und das Nervensystem wird noch sensibler.Das wäre so, als würden wir ständig am Ausschlag kratzen und hoffen, dass er dadurch weggeht. Beim Hyperfokus sollten wir wie bei einem temporären Ausschlag reagieren. Er ist nervig, ja - aber wir kratzen nicht ständig herum und hoffen, dass er dadurch verschwindet.Denn wenn du den Hyperfokus als "nichts besonderes" betrachtest, stresst du dein System nicht weiter. Das heisst nicht, dass der Hyperfokus sofort verschwindet. Nur weil man aufhört zu kratzen heisst es nicht, dass der Ausschlag sofort weggeht. Aber wir gießen nicht noch mehr Benzin ins Feuer.Konkret im Alltag bedeutet das:
Hyperfokus kommt auf das Symptom (das können wir nicht verhindern, weil du Angst davor hast). Und jetzt versuchst du den Hyperfokus als ganz natürliches Phänomen zu betrachten: "Ah, der Hyperfokus ist wieder da. Er nervt mich, aber was solls." - und jetzt versuchst du dich wieder dem Alltag zu widmen. Nicht auf Krampf den Hyperfokus wegdrücken versuchen. Sondern so gechillt wie möglich sich wieder auf den Alltag fokussieren, ohne aus dem Hyperfokus ein Problem zu machen.Und ja, der Hyperfokus kann nach 5 Sekunden wieder am Symptom sein und ja, er kann uns richtig nerven. Aber auch das sehen wir nicht als Problem, sondern gehen genau gleich vor.Solange wir Angst vor dem Symptom haben, wird der Hyperfokus immer wieder kommen. Aber so können wir zumindest optimal reagieren, um das Nervensystem nicht noch weiter anzuheizen.Um den Hyperfokus nachhaltig zu bewältigen, müssen wir die Angst vor den körperlichen Symptomen verlieren.Und ich weiss - jetzt denkst du dir: "Naja, einfacher gesagt als getan!".Und das stimmt auch. Angstbewältigung ist ein Prozess über mehrere Wochen und Monate und ist alles andere als ein Spaziergang durch den Park. Jeder der etwas anderes verspricht, verkauft eine Hoffnung, keine Lösung.Aber ich denke der Weg lohnt sich, denn Ängste schränken das Leben oft sehr ein und man kann Dinge kaum noch genießen. Denn selbst wenn man einen 5000€ Urlaub geschenkt bekommen würde, hätte man meistens nicht viel davon, wenn die Ängste die ganze Zeit reinkicken.Darum will ich dich ermutigen dranzubleiben. Und du hast wahrscheinlich schon viel probiert und denkst vielleicht, dass du ein hoffnungsloser Fall bist und nur du diese Ängste hast. Aber nach über unzähligen Gesprächen mit über 200 Betroffenen weiß ich, dass Ängste sehr unterschiedlich sein können, aber im Endeffekt immer die gleichen Ursachen dahinter stecken.
_____________________________________________Wenn du mehr über Ängste erfahren möchtest, lege ich dir mein Ultimatives Videotraining ans Herz. Hier sind die wichtigsten Punkte rund um die Angst und wie man sie langfristig bewältigt einfach und verständlich zusammengefasst.Klicke einfach gleich hier unten auf das Video. Du wirst überrascht sein, was dort alles auf dich wartet!Over and out
Jakob
*um den Ton hören zu können, einfach das "Vergrößerungszeichen" rechts unten im Video anklicken und dann die Lautstärke erhöhen.



Einschränkung im Alltag: Von 4/10 auf 1/10
Angst vor Panik: Von 10/10 auf 3/10
Angst, dass Ängste nie wieder weg: Von 9/10 auf 1/10
Angst, durch Angst arbeitslos: 9/10 auf 1/10
Überwältigt von der Angst: Von 3/10 auf 0/10



Einschränkung im Alltag: Von 8/10 auf 2/10
Angst vorm Umkippen: Von 9/10 auf 5/10
Angst vor Herzinfarkt: Von 7/10 auf 1/10
Angst vor sozialer Ausgrenzung: 8/10 auf 0/10
Überwältigt von der Angst: Von 9/10 auf 2,5/10


Einschränkung im Alltag: Von 6,5/10 auf 2,5/10
Angst vor Ersticken: Von 8/10 auf 4/10
Angst vor dem Umkippen: Von 4/10 auf 2/10
Häufigkeit von Panikattacken: Von 4/10 auf 0/10
Überwältigt von der Angst: Von 7/10 auf 2/10


Einschränkung im Alltag: Von 8/10 auf 4/10
Unsicherheit unter Leuten: Von 8/10 auf 1/10
Vermeidungsverhalten: Von 9/10 auf 1/10
Häufigkeit von Panikattacken: Von 4/10 auf 2/10





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